Entstehung der Kitzrettung im Jagdverein

Früher durchsuchten wir die Wiesen zu Fuß in einer Menschenkette, um Rehkitze zu retten. Diese Methode war jedoch extrem anstrengend, insbesondere bei Gras, das bis zu einem Meter hoch wuchs. Außerdem standen wir vor mehreren Herausforderungen:

  • Personalmangel: Es gab nicht genug Helfer, um die Suche effizient durchzuführen.
  • Ineffektive Methode: Die manuelle Suche war zeitaufwendig und deckte nur begrenzte Flächen ab.
  • Geringer Erfolg: Aufgrund der genannten Faktoren blieb die Rettungsaktion oft erfolglos.

Der Wandel: Drohneneinsatz für mehr Effizienz

Im Sommer 2021 setzten wir uns mit den Jagdgenossen zusammen, um nach einer besseren Lösung zu suchen. Schnell wurde klar, dass der Einsatz von Drohnen in Kombination mit freiwilligen Helfern die beste Strategie wäre. Also beschlossen wir, eine Drohne anzuschaffen.

Im März 2022 war es dann so weit: Unsere erste Drohne wurde geliefert. Um den reibungslosen und sicheren Einsatz zu gewährleisten, erhielten unsere neuen Drohnenpiloten eine umfassende Einweisung in die Technik und den praktischen Einsatz der Drohne. Diese Investition markierte einen bedeutenden Fortschritt in der Kitzrettung.

Modernste Technik für maximale Sicherheit

Die Finanzierung der Drohne erfolgte ausschließlich über Spenden. Beschafft wurde der „Fliegende Wildretter“, ein innovativer Eigenbau der Firma Thermal Drones aus Greifswald. Diese speziell entwickelte Drohne ist mit modernster Wärmebildtechnik ausgestattet und erstellt im Sekundentakt hochauflösende Wärmebilder der abgeflogenen Flächen.

Nach der Auswertung der Bilder mit einer KI-gestützten Software am Laptop werden die erkannten Points of Interest (POIs) direkt an die Smartphones unserer ehrenamtlichen Helfer übermittelt. Diese nutzen die PoiApp, eine webbasierte Anwendung, die die markierten POIs anzeigt. Dank GPS-Unterstützung können die Helfer die relevanten Stellen präzise ansteuern und die Rehkitze sicher retten.

Kontinuierliche Verbesserung: Eine zweite Drohne für mehr Reichweite

Da immer mehr Landwirte ihre Flächen vor dem Mähen absuchen lassen möchten, haben wir 2024 eine zweite Drohne angeschafft – die DJI M30T. Diese leistungsstarke Drohne ermöglicht es uns, größere Flächen in kürzerer Zeit abzufliegen und noch mehr Rehkitze zu retten.

Dank dieser Erweiterung sind wir für kommende Saisons noch besser aufgestellt. Gemeinsam mit Landwirten und ehrenamtlichen Helfern können wir nun noch mehr Wildtiere vor dem Mähtod bewahren.


Wussten Sie? 

Jeder Einsatz ist für uns eine Herzensangelegenheit – und jeder gerettete Kitz zählt!

Helfen Sie uns mit Ihrer Spende

Ehrenamtliche Helfer – Das Herz der Kitzrettung

Trotz modernster Technik bleibt eines klar: Ohne unsere engagierten freiwilligen Helfer wäre die Kitzrettung nicht möglich. Die Drohne liefert wertvolle Daten, aber erst die Menschen, die die POIs ablaufen und die Kitze sichern, machen die Rettung tatsächlich erfolgreich.

Frühaufsteher mit Herz gesucht!

Die Kitzrettung beginnt in den frühen Morgenstunden, vor Sonnenaufgang, wenn die Temperaturen niedrig sind und die Wärmebildkamera die besten Ergebnisse liefert. Wer Freude an der Natur hat und sich aktiv für den Wildtierschutz einsetzen möchte, ist bei uns genau richtig!